Nebelmorgen im Elbsandstein

Nebelmorgen im Elbsandstein

Fotostory

Die Geschichte zum April-Bild des Kalenders „Sächsische Schweiz 2019“ (Info & Bestellung: Kalender)

„Eine erfolgreiche Nacht“ 

Dies ist die „Story“ hinter der Entstehung des Bildes, das Einzug in meinen Kalender für 2019 im Monat April fand. Für das Märzbild habe ich keine extra Geschichte geschrieben, weil es dazu nicht so viel zu erzählen gibt: Hingegangen, abgedrückt, wieder nach Hause gefahren. ☺ Im Gegensatz dazu das April-Bild: Dies war das erste (und leider bisher einzige Mal), das ich gegen nachts halb drei losgezogen bin um Sterne zu fotografieren – und weil es so herrlich war, gleich bis zum Morgen draußen blieb.

Die Bilder sind alle noch mit meiner alten Nikon D200 entstanden. Diese habe ich 2015 geschenkt bekommen, zusammen mit zwei Objektiven, und mit ihr fing der „Virus“ Fotografie erst so richtig an für mich. Aber das gute Stück ist ein wahres Rauschemonster, ISO 800 ist schon gruselig. So sind die in dieser Nacht entstandenen Sternenbilder eher dokumentarischer Art und ich mag sie gar nicht zeigen. So richtig interessant und machbar wurde es dann, als es langsam anfing zu dämmern. Es war kalt, Raureif bildete sich und der Nebel begann zu wabern. Für die Sterne war ich zunächst am Hohburkersdorfer Rundblick unterwegs, doch dann zog es mich Richtung Lilienstein. Ich hatte nicht vor hoch zu steigen, und so gibt es ihn mal in mystischer Stimmung von unten zu sehen:

Nebel in der Blauen Stunde am Lilienstein
Nebel in der Blauen Stunde am Lilienstein

Der Tag beginnt mit Leuchten am Horizont und langsam verblassen die Sterne. Der Nebel zieht sich mehr und mehr zurück …

Der Tag erwacht am Lilienstein
Der Tag erwacht am Lilienstein

… doch auf der anderen Seite, direkt über der Elbe, da liegt er dick und fett und lässt Königstein nur erahnen. Es war eine ganz besondere Stimmung. Still. Die Atemwölcken ziehen langsam nach oben und sacht vereist mein Schal ☺ Es war einfach herrlich:

Dicker Nebel liegt über dem Elbtal
Dicker Nebel liegt über dem Elbtal

Wer wollte bei solch herrlichem Wetter einfach wieder nach Hause fahren? Auch wenn ich doch hin und wieder verstohlen gähne musste, die Verlockung war einfach zu groß, auf der Suchen nach schönen Bildern noch ein wenig herum zu stromern. Das mache ich hin und wieder: Ohne große Planung einfach losfahren und schauen wo ich lande. In diesem Fall war es zum Sonnenaufgang in Gohrisch auf der anderen Elbseite am Hörnelteich. Die aufgehende Sonne wurde leider vom Wald verdeckt, aber mit dem Licht – also in der der Sonne entgegengesetzten Richtung – gab es wunderschöne sanfte Farben und etwas Nebel schwebte über dem Teich. So könnt ihr den Lilienstein an dieser typsichen Sonnenuntergangslocation auch mal im Morgenlicht bewundern:

Lilienstein über die Elbe hinweg vom Hörnelteich aus gesehen
Lilienstein über die Elbe hinweg vom Hörnelteich aus gesehen

Es wurde doch ein wenig kühl und so machte ich mich langsam auf den Rückweg. Nur um wenige hundert Meter weiter erneut fasziniert stehen zu bleiben und das Stativ wieder auszupacken. Der „Lilienstein im Nebelbett“ hat dann auch Einzug in den Kalender 2018 gehalten. Der Nebel liegt über der Elbe, die in einer großen Schleife den Lilienstein umrundet:

Lilienstein im Nebelbett
Lilienstein im Nebelbett

Auch der Blick zurück war nicht zu verachten und im glitzernden Raureif boten sich denn auch noch einige Motive für das Makrobjektiv. Hinter dem Wald liegt auch hier die Elbe, über der an dieser Stelle aber nur noch etwas Dunst schwebt. Rund um den Lilienstein ist wirklich meistens die „Nebelhochburg“ ☺

Ein frostiger Morgen - aber wunderschön.
Ein frostiger Morgen – aber wunderschön.

Fährt man von Gohrisch wieder Richtung Pirna kommt man durch Königsstein. Und weil die Sonne im aufsteigendem Nebel so herrlich leuchtete, zog es mich noch an die Elbe. Dort entstand dann das Kalenderbild April 2019. Und ihr werdet es kaum glauben: Ich habe es erst bei Erstellung des Kalenders im Archiv entdeckt, wo es unentwickelt im Dornröschenschlaf lag. Das wäre doch wirklich schade gewesen, oder?

Die Sonne kämpft sich durch den Nebel in Königstein
Die Sonne kämpft sich durch den Nebel in Königstein

Doch weiter geht es Richtung Frühstück und vor allem Kaffee … Den Festungsberg hinauf … Ohje, wer könnte da vorbei fahren? Die Festung Königstein hat sich bereits vom Nebel befreit und leuchtet herrlich im Morgenlicht! Auch dieses Bild fand bereits Einzug in den Kalender 2018. Es war also wirklich eine rundum erfolgreiche Nacht – von den unbrauchbaren Milchstraßenbildern am Anfang mal abgesehen.

Festung Königstein ist bereits vom Nebel befreit
Festung Königstein ist bereits vom Nebel befreit

Wenn man dann auf der B172 weiter Richtung Pirna fährt, kommt man an den Abzweig nach Struppen. Dort abgebogen ist es nicht mehr weit und man landet in einem richtigen „Nebelloch“. Wenn es nur wenig Nebel gibt, dann „liegt“ er dort rum. An dieser Straße habe ich selbst im April noch herrlichste Raureifbilder machen können. Doch an diesem Tag zog es mich noch einmal hinab an die Elbe. Die Straße zieht sich hin bis Rathen … doch es hat sich gelohnt. Gerade kam dort die Sonne über den Berg und erleuchtete das frische Grün, die Gänseblümchen und die letzten Reste des Nebels:

Morgenstimmung in Kurort Rathen
Morgenstimmung in Kurort Rathen

Nun ist aber genug! Redlich müde, aber genauso glücklich trat ich den Heimweg an. Nach 6 Stunden Fototour hatte ich mir den sehr leckeren großen Cappuccino und das ebenso empfehlenswerte belegte Baguette von der Aral-Tanke in Pirna-Sonnenstein redlich verdient. ☺

Ich hoffe, ihr habt Freude an dieser kleinen Geschichte und freue mich sehr über Feedback dazu.
Herzlichst,
Britta

PS: Wenn du nun den Kalender unbedingt haben musst, dann bestelle ihn doch gleich hier: Kalender 2019

 

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