Reise mit dem Minicamper

Reise mit dem Minicamper

TAG 3 – Lago Maggiore

Das ist im Gegensatz zu gestern ein sehr entspannter Tag für mich. Morgens geruhsam Kaffee kochen und direkt am Wasser genießen – das ist es, warum ich so gerne mit dem Minicamper unterwegs bin. Ich habe im letzten Beitrag schon davon berichtet. 

Nachdem ich meinen Blogeintrag hochgeladen habe, gehe ich auf Erkundungstour in Cannobio. So an der Promenade entlang schlendern mit einem Eis in der Hand ist einfach herrlich. Viele kleine Gassen gibt es hier auch und die Zeit vergeht im Flug. Oh, da ist auch Pfad „der Zeit und des Geistes“. Das könnte genau das sein, was ich gerade brauche. Aber ich gehe in die falsche Richtung und verpasse den Einstieg. Na gut, dann eben weiter durch das Städtchen geschlendert.

Später will ich in den Nachbarort Cannero. Ich war vor vielen Jahren schon einmal mit meinem Mann und meiner Tochter eine Woche in dem Ort und habe sehr tolle Erinnerungen daran. Auf dem Markt in Cannobio haben wir damals auch ein Spaghettigewürz gekauft, dass so unglaublich gut war, dass wir es ganz sparsam jahrelang verwendet haben. Das ist auch das Erste woran sich meine Tochter erinnert, als ich ihr Bilder von hier schicke. Und an die unglaublich tolle heiße Schokolade im Restaurant Magnolia in Cannero. Dummerweise wollte ich nicht zu viel Revival und entscheide mich für ein anderes Restaurant um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Zielsicher erwische ich natürlich, mal wieder, das teuerste Haus am Platz und beim Blick auf die bestellte Lasagne bekomme ich erst richtig Hunger. Merke: Immer erst die Speisekarte studieren, auch wenn der Platz noch so verlockend aussieht 😉

Aber der Reihe nach: In Cannero angekommen steuere ich zunächst die Mariengrotte an. Ich erinnere mich, wie schön es dort war und wie sehr mein Mann diesen Platz genossen hat. Es ist immer noch so herrlich. Mitten im Ort und doch ein wundervolle Stille. Die ist nicht abhängig von äußeren Geräuschen. Ich zünde eine Kerze für mein Mutti an und finde in ein Gebet für sie. Ich bin nicht religiös gebunden, aber das ist Maria auch herzlichst egal. Sie lässt sich nicht einpressen in Dogmen und Religionen, sondern ist einfach die wundervolle mütterliche Kraft des Mitgefühl und des Trostes. 

Ich streune noch ein wenig herum. Tolle Kakteen gibt es hier auch. Die blühen gerade. Ich schicke ein Bild davon meiner Mutti. Denn wir haben eine gemeinsame Erinnerung an solche Gewächse, die, gelinde gesagt, ein wenig ambivalent ist. Sie hatte auch solche im Garten, natürlich nicht so groß, aber dafür recht viele. Und an einem schönen Sommertag hab ich mit meiner Tochter, damals drei oder vier, rumgescherzt und ihr einen kleinen Schubs gegeben. Dummerweise plumpste sie rückwärts in die „doofen Kakteenien“. Im Bikini …. Den Rest der Story spare ich mir lieber. Denn wir mussten das Kind stundenlang einweichen, um alle Stacheln wieder raus zu bekommen. Heimlich muss ich ja jetzt noch lachen darüber 😉 

Über der Grotte drohnt die Kirche. Die ist eigentlich ganz hübsch. Aber ich kann nicht rein. Wie in die meisten „Gotteshäuser“ dieser Kategorie. Ich bin einfach energetisch zu hellfühlig, um die drückende Stimmung darin auszuhalten. Da fahre ich doch lieber auf den Berg hinter dem Ort hoch, da winkt auch eine Marinenkapelle. Der Monte Carza erweist sich als Glücksgriff. Auch wenn die super schmale Straße hinauf mit unendlich vielen Kurven spannend ist. Gut, dass sehr selten jemand entgegen kommt. Man müsste wirklich rückwärts fahren, so weit sind die Ausweichbuchten auseinander. Es ist auch kaum zu glauben, in welch steilem Gelände die Leute Häuser bauen. Wie Schwalbennester kleben sie am Hang. Die Aussicht ist sicher grandios, aber ich glaube, mir wäre das nichts.

Am Parkplatz angekommen erstmal ein Schläfchen auf der Wiese. Herrlich, mit Vogelgezwitscher im Hintergrund. Dann die kurze, aber sehr schöne Wanderung zu der Kapelle und dem Berggipfel. Neben der Kapelle ist eine Höhle. Interessant, aber ich habe es nicht so mit engen Stollen und erkunden das lieber nicht. Luft und Weite sind mir entschieden lieber.

Auf dem Gipfel dann eine GPS-Station. Hab ich so auch noch nicht gesehen. Auch eine Wetterstation findet sich hier. Und natürlich eine tolle Aussicht. Zumindest in eine Richtung.

Für den Abstieg wähle ich den Weg ein Stück auf dem Bergrücken entlang. 

Da war noch irgendwo eine Riesenbank ausgeschildert. Unterwegs herrliche Buchen und Birken. Einer der Bäume, gar kein besonders großer, zieht mich magisch an. An ihm verweilend entsteht wieder ein Gebet in mir, über das ich selbst noch immer staune. Es ist nichts für die Öffentlichkeit, aber nun bin ich sicher, diese Reise wird etwas mit mir machen. Und mich noch besser darauf vorbereiten, im Herbst die erste Jahresgruppe unter dem Motto „Selbst-Entfaltung“ zu beginnen. Ich bin jetzt schon ganz aufgeregt, wenn ich daran denke…

Doch zunächst gilt es, den steilen Berg wieder hinunter zu rollen. Noch ein kurzer Stop in Tenero. Da soll ein Wasserfall sein. Aber es beginnt zu regnen. Und es ist mir ehrlich gesagt auch viel zu eng hier alles. Und zu steil.

In den Serpentinen dann ein komisches Klappergeräusch am Auto. Oh, das macht mir ein bisschen Angst. Was, wenn hier die Bremsen … Nur nicht dran denken. Ich halte nochmal an und rüttele an allen Reifen. Nichts. Zu sehen ist auch nichts. Gut, dann nehme ich die Serpentinen etwas geruhsamer. Zunächst ist auch nichts mehr zu hören. Doch das will beobachtet werden. Schließlich will ich Frankreich auch noch in die Berge. 

Wieder unten beschließe ich, heute nicht mehr viel zu machen. Ein geruhsamer Abend ist auch schön. Und irgendwie bin ich auch ziemlich müde. Also wieder den Parkplatz in Cannobio angesteuert. Juchhu, der Eckplatz ist frei. Der ist ideal, weil etwas geschützt und so eben, dass ich mit Blickrichtung auf den See schlafen kann. 

Picknickdecke auf die Wiese. Abendbrot gerichtet. Wein geöffnet. Hach, herrrrrrlich. Ein paar Paddelboarder gleiten vorbei. Das wäre jetzt eigentlich auch schön. Der See ist wie ein Spiegel im Abendlicht. Aber dann ohne Sonne das nasse Board und das ganze „Gerassel“ wieder verstauen. Nein danke. Da bleibe ich doch lieber hier sitzen und genieße. Das habe ich mir ja auch fest vorgenommen für diese Reise. Und erstaunlicherweise drängelt auch der Fotograf in mir nicht, noch auf Tour zu gehen. Das ist sehr entspannend, denn das kenne ich fast gar nicht mehr. 😉 Nur ein ganz kleines Bedauern blickt in Richtung des Verzasca-Tales, in das die Sonne noch so schön rein scheint. Ja, das wäre eine Option gewesen heute. Aber morgen ist auch noch ein Tag. Also Prost und habt einen schönen Abend.

UTF-8 Cappella Monte Carzs

 

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